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Die Streleburgen

 

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Die Streleburgen bei Storkow in Brandenburg

von Detlef Mewes

Die diesjährige Picknickexkursion hatte sich eine Region zum Ziel genommen, die lange nicht durch unsere Landesgruppe bereist worden war: das Gebiet um Storkow in Brandenburg südöstlich der Hauptstadt Berlin.

 

Es handelt sich um ein Gebiet, das von Urstromtälern geprägt ist, aus denen einzelne Grundmoränenplatten (u.a. die Beeskower Platte) herausragen. Im Gegensatz zu den Seengebieten um Berlin oder dem Spreewald ist die Region um Storkow und Beeskow allgemein wenig bekannt. 

Ebenso gering ist der Bekanntheitsgrad der Burgen, die wir besuchen wollten. Tourismusämter und Örtliche Vereine haben es sich zum Ziel gemacht, sie touristisch zu erschließen. Sie sind deshalb unter dem Begriff Streleburgen zusammengefasst. Die Herren von Strele waren Feudalherren aus der Mark Meißen, die zu unterschiedlichen Zeiten Eigentümer der Burgen waren. 

storkow_1Zu früher Stunde trafen sich einige unverdrossene Burgenfreunde am Tor der Burg Storkow, die von Herrn Krumbein freundlich begrüßt und orts- und geschichtskundig durch die Anlage geführt wurden. Die Herren von Strele errichteten in der ersten Hälfte des 13. Jh. an Stelle einer älteren Anlage eine Burg aus Stein. Die Ersterwähnung von „Sturkowe“ als Stadt und Burg erfolgte im Jahre 1209, als Kaiser Otto IV. eine Schenkung des Wettiners Konrad von Landsberg an das Kloster Pforte bei Naumburg bestätigte. Die Herren von Strele errichteten in der zweiten Hälfte des 13. Jh. an Stelle einer älteren Anlage eine Burg aus Stein, nachdem sie wahrscheinlich um 1250 mit Storkow belehnt worden waren. Dendrochonologische Untersuchungen an Holzbalken im Bereich des Brauhauses ergaben ein Fälldatum um 1278. Ältere Vorgängerbauten sind bisher nicht nachgewiesen. 1382 starb das Geschlecht der Streles aus. 1384 wurden deshalb Hans und Ulrich von Biberstein von König Wenzel von Böhmen mit Storkow belehnt. 1518 verpfändete Ulrich von Biberstein die Herrschaft an den Bischof von Lebus. Der Bischof Dietrich von Bülow begann den Ausbau der Burg zum bischöflichen Wohnsitz. Ausbauarbeiten sind für die Jahre 1519 bis 1523 belegt. 1556 ging Storkow in den Besitz Markgraf Johanns von Küstrin über. Sein Nachfolger erbaute um 1578 das Renaissanceschloss, das heute noch das Bild der Burg prägt. Spätere Jahrhunderte brachten Brände und Zerstörungen. Der unsichere Baugrund setzte den Gebäuden ebenfalls zu. Einen letzten Brand gab es 1978. Erst in den Jahren nach 1999 wurden die Schäden repariert und die Burg einer neuen Nutzung zugeführt. Heute präsentiert sich die Burg als Gemeindezentrum der Stadt Storkow. Besonders beeindruckt die Rekonstruktion des Palas. Er zeigt sich im Inneren ohne die ursprünglichen Zwischendecken. Die Nutzung des Gebäudes wurde durch eine leichte Holz-Stahl-Konstruktion sichergestellt. 

Wir verabschiedeten uns mit herzlichem Dank und setzten unsere Exkursion zur zirka 30 Kilometer entfernten Burg Beeskow fort. Auch hier wurden wir überaus freundlich empfangen und genossen eine sachkundige Führung.

Wie auch in Storkow treten die Herren von Strele als Herrschaftsträger auf. Urkundlich belegt sind sie zwar erst 1272, die Verwendung ihres Wappens im Siegel der Stadt legte aber eine frühere Herrschaftsübernahme nahe. Ebenfalls 1272 wurden die Stadt Beeskow und ihre Befestigung durch Gräben und Palisaden erstmalig urkundlich erwähnt. 1347 benennt eine Urkunde „Hus und Stat Bezkowe“ und damit auch direkt die Burg. 1377 verkaufte der letzte Repräsentant der Streles die gesamte Herrschaft an die Herren von Biberstein. Wegen storkow_2Rechtsstreitigkeiten konnten sich die Bibersteins aber erst 1384 des Lehens sicher sein. Der Bischof von Lebus wurde 1518 Besitzer der Burg und ließ sie von seinem Amtmann ausbauen. Nach 1556 diente sie den Hohenzollern als Amtssitz. Älteste Teile der Burg scheinen die Ringmauer an der Nordostecke sowie das baueinheitlich entstandene Salzhaus und der Turm zu sein, die vollständig aus Feldsteinen errichtet wurden. Um 1320 wurde mit dem Bau des Palas an der Südwestecke der Burg begonnen. Ein dendrochronologisch untersuchter Balken im Obergeschoss des Turmes ergab eine Fällzeit um 1322. Unter den Lebuser Bischöfen sind umfangreiche Baureparaturen in den Jahren 1519 bis 1524 beurkundet. In der Folgezeit diente die Burganlage mehr und mehr wirtschaftlichen Zwecken. Eine Urkunde belegt für das 17. Jahrhundert das Herausreißen der Kachelöfen im Obergeschoss des Palas, um dieses als Getreideschütte zu nutzen. Heute dient beeskow_4die Burg als Ausstellungszentrum und

Regionalmuseum. Bedeutsam ist die Ansiedlung einer Gemäldesammlung von DDR-Kunst. Für die momentan 20000 Objekte wird in den nächsten Jahren ein neues Depotgebäude an der Ostseite der Burg gebaut. Interessant sind Wandmalereien im Turm. Sie stammen wohl von französischen Gefangenen aus dem 19. Jahrhundert. Die Beeskower würden sich freuen, wenn ein interessierter Leser die dargestellte Stadtsilhouette erkennen könnte.

Das nach der Besichtigung geplante Picknick musste wegen der geringen Personenzahl abgesagt werden. Ersatz fanden wir in einer wunderschön an der Spree gelegenen Ausflugsgaststätte, in der wir Mittag aßen. Anschließend ging es zur nur wenige Kilometer entfernten Burg in Friedland.

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Die Burg Friedland wurde bereits im Jahr 1301 erstmalig urkundlich als „castrum et oppidum Vredeburch“ erwähnt. Friedeburg war wahrscheinlich im Besitz von Timo von Strele. 1518 erfolgten die Verpfändung und 1533 der endgültige Verkauf von Burg und Herrschaft an den Johanniterorden. 1623 fiel die Burg dem großen Stadtbrand zum Opfer. Der Graf von Schwarzenberg ließ sie ab 1630 bis um 1658 erneuern. In dieser Gestalt ist sie auch heute noch zu sehen. Mittelalterliche Bauformen lassen sich aber mühelos erkennen. 1767 wurde der Wall abgetragen. Seit 1875 war die Burg städtischer Besitz. Sie wurde zur Schule umgebaut. Heute versucht man, die Burg einer neuen Nutzung zuzuführen. Touristeninformation, ein Museum, das Standesamt und ein kleines Café sind heute auf der Burg zu finden.

Die Teilnehmer der Expedition ins Brandenburgische fanden sich nach der Besichtigung noch zum Kaffeetrinken im Burgcafé zusammen. Danach begaben sich alle nach einem von herrlichem Wetter unterstützten Tag auf die Heimreise.

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