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Sachsenburgen

SachsHak
untere Sachsenburg
Foto Mewes
Exkursion rund um die Sachsenburgen

Am Morgen des 18. April 2009 trafen sich 23 Mitglieder der Landesgruppe Sachsen-Anhalt zur ihrer zweiten Exkursion dieses Jahres bei durchwachsenem kühlem Wetter im Innenhof des Schlosses zu Kannawurf. Der stattliche Renaissancebau mit durchaus beeindruckenden Formen und seinem geschlossenen Innenhof entstand auf den Resten einer jetzt nicht mehr nachweisbaren mittelalterlichen Wasserburg im Jahre 1564.

 

Nach einer kurzen Fahrt von etwa 20 Minuten steuerten wir das nächste Exkursionsziel an. Dabei handelte es sich um die Reste des Benediktinerklosters in Göllingen. Dieses wurde bereits vor 1012 gegründet. Vom Kloster selbst hat der imposante im oberen Teil achteckige Westturm der ehemaligen Klosterkirche überlebt. Herr Udo Hopf (Gotha) war so freundlich uns durch die Anlage zu führen und dabei auch von seinen Erfahrungen bei mehreren Grabungen in diesem Bereich zu berichten. Alle Rätsel konnten noch nicht gelöst werden. Auf weitere Grabungen mit interessanten Ergebnissen ist zu hoffen.

Nach einem umfangreichen Mittagsmahl ging es nachmittags dem Hauptziel unserer Exkursion, den beiden Sachsenburgen, entgegen. Die bereits weithin sichtbaren beiden Ruinen liegen an der sog. Thüringer Pforte am Übergang von Hainleite zur Schmücke. Eine erste Erwähnung der Sachsenburg datiert aus dem Jahre 1062 als Besitz der Grafen von Weimar-Orlamünde. Wahrscheinlich in der Mitte des 13. Jahrhunderts erfolgte der Ausbau der unteren Sachsenburg, auch Hakenburg genannt. Der sehr rührige Sachsenburg-Verein war nahezu vollständig zu unserem Empfang vertreten und gab uns interessante Einblicke in die bisher geleistete Arbeit, insbesondere der Freilegung der Ruinenreste und Ruinensicherung. Nach Besteigung des gut erhaltenen viereckigen Bergfriedes der unteren Burg ergab sich ein phantastischer Blick in die Umgebung. Leider war eine Besteigung des Bergfriedes der oberen Sachsenburg nicht möglich, da hier Anlagen der Telekom installiert sind. Der schweißtreibende Aufstieg zur oberen Sachsenburg erlaubte zwischenzeitlich immer wieder Ausblicke auf ältere Wallanlagen, welche auf eine frühgeschichtliche Befestigung von imposanten Ausmaßen hinweisen.

Nach kurzer Fahrt durchHeldrungen vorbei an der Wasserburg gelangten wir zum letzten Ziel unserer Exkursion, dem Gutshaus der Familie von Bismarck in Braunsroda. Herr von Bismarck und seine Gattin empfingen uns bereits und gaben uns einen Einblick in die Geschichte des Gutes. Dabei handelt es sich ursprünglich um eine Komturei des Lazeritenordens aus dem 14. Jahrhundert. Bereits um 1600 ging das Gut an die Familie von Trebra. Im Jahre 1722 wurde mit dem Bau des jetzt noch stehenden barocken Gutshauses begonnen.

In den Kellerräumen fanden sich Hinweise auf den gotischen Vorgängerbau mit Resten eines gotischen Fensters .

Nach der Enteignung der Familie von Trebra im Jahre 1945 gelang es seinem Enkel Georg von Bismarck das Gut sowie auch Teile der landwirtschaftlichen Flächen von der Treuhand wieder zurück zu erwerben und in einen florierenden Ökobetrieb umzuwandeln. Das liebevoll restaurierte Guthaus beherbergt nunmehr auch eine kleine Pension sowieein vorzügliches Café, in welchem die Exkursion durch handgebackenen Kuchen abgerundet wurde. Die Exkurionsteilnehmer wünschten zum Abschluß der Familie von Bismarck weiterhin viel Erfolg bei den noch anstehenden Restaurierungsarbeiten.

 

Dr. P. Herrmann-Trost