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Exkursion Osterzgebirge

frauensteinExkursion zu Burgen und Schlössern im Osterzgebirge

 

von Dr. Hermann-Trost

 

 

Am letzten Maisamstag traf sich eine kleine Gruppe DBV-Mitglieder aus Sachsen-Anhalt schon zu früher Morgenstunde am Schloß Reichstädt in der Nähe von Dippoldiswalde. Wir wurden auf das herzlichste von der jetzigen Besitzerin, Frau Dr. Inge von  Schönberg, empfangen.

Nach Eintritt in das beachtlich große Schloß erhielten wir eine  hochinteressante und spannende Führung durch Frau Dr. von Schönberg. Die Anlage, welche wohl auf eine Wasserburg aus dem Jahre 1535 zurückgeht, wurde dann zwischen 1765 bis 1776 unter Adam Rudolph von Schönberg zu einer barocken Anlage ausgebaut. Von der prachtvollen Ausstattung der Innenräume sind leider nur noch Reste erhalten geblieben. Hochinteressant waren bemalte Kassettendecken aus der Renaissancezeit im ältesten Teil des Schlosses. Der Zahn der Zeit nagte allerdings sichtbar an den herrlichen Decken. Man kann der Besitzerin nur weitere Tatkraft und einen erheblichen Geldsegen wünschen, um auch diese Details retten zu können.

 

Nach kurzer Fahrt  wurde das zweite Exkursionsziel – die Burgruine Frauenstein -  erreicht. Hier empfing uns der gesamte Vorstand des Förderkreises Burg Frauenstein auf das herzlichste. Mit dem Bau der imposanten Burg wurde um 1200 durch die Markgrafen von Meissen begonnen. Im Jahre 1473 begegnet uns wiederum die Familie von Schönberg, welche zu dieser Zeit für viele Jahre in den Besitz der Burg kam. Allerdings begann bereits 1588 der Verfall der Burg und seit 1728 ist die Burg eine Ruine. In den letzten zehn Jahren flossen erhebliche Mittel des Freistaates Sachsen in die Burgruine, um die Mauerreste fachgerecht zu konservieren. Die Exkursionsteilnehmer konnten sich ein umfassendes Bild vom guten Erhaltungszustand der Ruine machen. Dazu bekamen wir von dem Mitgliedern des Vereines auch Einblicke in die Geologie der Region sowie eine ausführliche Beschreibung der ersten Phase des Bergbaues, welcher eng mit dem Frauenstein verknüpft war. Ein Kuriosum der Burg soll nicht unerwähnt bleiben: Der Frauenstein war wohl die einzige Burg, welche seit 1924 eine Sprungschanze beherbergte . Bedauerlicherweise wurden dazu Teile der  Schildmauer abgerissen. Heute erinnern zum Glück lediglich alte Fotos an die Zeit als Wintersportstätte. Der Besuch auf Burg Frauenstein endete mit einem vom Förderkreis organisierten Imbiss in den Mauern der Ruine.

 

Nach einer längeren Fahrt durch das Erzgebirge erreichten wir am Nachmittag Schloß Lauenstein. Idyllisch hoch über dem Müglitztal gelegen präsentierte sich uns schon von weitem ein herrliches Renaissanceschloss. Gegründet  wurde Lauenstein um 1200 als Grenzburg . Hiervon künden noch Ruinenreste an der äußersten Felsenkante vom dem Renaissanceschloss gelegen. Unklar ist bis heute, ob die Gründung auf die Markgrafen von Meissen zurückgeht oder auf das böhmische Adelsgeschlecht der Hrabischitzer, welche auch die Burg Osek in Böhmen besaßen. Wobei Osek wiederum als mögliche Gegenburg zum Frauenstein anzusehen ist, dazwischen liegen nur wenige Kilometer reine Luftlinie.

Das Schloß ist heute im wesentlichen durch die Umbauten der sächsischen Adelsfamilie von Bühnau geprägt. Sie residierten immerhin 3 Jahrhunderte auf Lauenstein. Von der Kunstsinnigkeit der Besitzer zeugen heute zahlreiche, vorzüglich  restaurierte Räume im Schloß. Hierbei sind insbesondere der Wappensaal, der Vogelsaal sowie das Musikzimmer zu nennen. Frau Gelbrich von der Schloßverwaltung sei an dieser Stelle nochmals ausdrücklich für ihre ausgedehnte und fachkundige Führung gewissermaßen vom Keller bis zum Dachstuhl gedankt.

 

Die Exkursionsteilnehmer waren sich einig, dass es sich um drei besonders interessante und sehenswerte Anlagen aus der reichen Fülle sächsischer Burgen und Schlösser gehandelt hat. Mit dieser Gewissheit traten alle zufrieden ihren Heimweg an.

 

Dr. P. Herrmann-Trost

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Abb.1: Schloß Reichstädt (Foto: Dr. P. Herrmann-Trost)

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Abb. 2: Schloß Lauenstein ( Foto: Dr. P.Herrmann-Trost)