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Exkursion Rosslau Coswig Leitzkau

rosslau

Exkursion Roßlau Coswig
Buro Leitzkau

am 17.09.2011

organisiert von Mirko Seidel

und Detlef Mewes

 

 

 

 

Burg Rosslau, Herr Hahne vom Förderverein erläutert die Geschichte der Burg. 

coswig05Eine Woche nach den verheerenden Unwettern in der Region war für den Exkursionstag wechselhaftes Wetter mit einzelnen Schauern angesagt. Die Exkursionsgruppe hatte Glück und genoss den Tag ohne Niederschläge und mit überwiegend strahlendem Sonnenschein. 18 treue Mitglieder haben den Ausflug miterlebt.

Die Exkursion begann bei der Burg Rosslau. Herr Hahne vom Förderverein der Burg führte uns durch die Anlage. Die Niederungsburg ist wahrscheinlich aus einem prähistorischen oder slawischen Burgwall hervor gegangen. 1215 wurde eine Ministerialenfamilie urkundlich erwähnt, die sich nach Rosslau benannte. Im Mittelalter gewann Rosslau an Bedeutung, weil sie sich immer stärker als Elbübergang etablieren konnte. Die Elbbrücke hatte im Dreißigjährigen Krieg eine große strategische Bedeutung. Als Folge der Schlacht um die Elbbrücke wurde Burg und Stadt eingeäschert.

Interessant für uns waren die neuen Erkenntnisse, die bei der Ausgrabung 2004 im Burghof zum Vorschein kamen. Mitten auf dem Burghügel fand man die Fundamente eines riesigen Bergfrieds, der einen Durchmesser von 14 Metern und eine Mauerstärke von bis zu vier Metern hatte. Herr Hahne berichtete auch über die Arbeit des Fördervereines und über Probleme und Erfolge bei der Restaurierung der Burg.

coswig02Als nächstes Ziel steuerten wir das nur wenige Kilometer entfernte Coswiger Schloss an. An der Stelle einer alten Burg wurde 1555-60 ein Schloss erbaut. Nach Zerstörung wurde es 1670-1680 unter Verwendung alter Teile neu errichtet. Im 18. Jh. fanden weitere Umbauten statt. Coswig teilte das Schicksal vieler bedeutender Bauten, indem es im 19. Jh. als Strafanstalt und später als Archiv genutzt wurde. Die Arcadia GmbH unter der Eigentümerin Magnolia Albertazziwill die Anlage einer neuen Nutzung als Kulturzentrum zuführen. Herr Augustin, der verantwortliche Architekt, zeigte uns das barocke Schloss und erläuterte die geplanten Bauarbeiten. In den letzten Jahren wurde der Südflügel bereits so weit zurückgebaut, dass der ursprüngliche und zukünftige Altan wieder zu erkennen ist. Es bedarf aber noch großer Anstrengungen und finanzieller Mittel, bis das Projekt fertig gestellt werden kann.

 

 

coswig04Das Mittagessen wurde in dem kleinen Landhotel "Waldschlösschen" in Klieken eingenommen. Das schöne Wetter erlaubte es uns, möglicherweise zum letzten Mal in diesem Jahr, auf der Terrasse zu sitzen.

 

 

 

 

 

coswig06Nach dem Mittagessen stand die Besichtigung der ehemaligen Deutschordenskommende Buro auf dem Plan. Die Askanier schenkten Buro 1259 dem Deutschen Orden. Der Orden richtete eine Kommende ein, die bis 1809 bestand. Die Ordensgebäude gingen 1520 bei einem großen Brand zugrunde. Die Tradition des historischen Bauensembles wird vom heutigen Besitzer Herrn Prasse gepflegt. Er gab eine sehr lebendige Einführung in die Geschichte der Ballei. Die Taten des Komturs Frantz von Benningsen, der ein wenig gottfürchtiges Leben geführt hatte, waren genau so interessant wie Details am Figurengrabstein des Hans von Lattorfs.

coswig11Das letzte Besichtigungsziel der Exkursion war das Schloss Leitzkau. Schon im Mittelalter war der Ort eine Sammelplatz mittelalterlicher Heere vor Feldzügen in den Osten. 1138 gründete Bischof Wigger hier ein Prämonstratenserstift. Die große Stiftskirche wurde 1155 geweiht. Im 15./16. Jh. begann der Verfall des Konvents. Es wurde schließlich 1564 an Hilmar von Münchhausen verkauft. Er und sein Sohn Statius bauten das Gebäudeensemble zu einem Schloss im Stil der Weserrenaissance um. Heute ist das Schloss der Sitz der Stiftung Dome und Schlösser in Sachsen-Anhalt. Direktor Boje Schmuhl ließ es sich nicht nehmen, uns persönlich durch die Ausstellung und die restaurierten Räumlichkeiten zu führen. Eine Besonderheit war die Besichtigung des restaurierten Münchhausensaals. Besonders beeindruckte die reich gestaltete Stuckdecke. Sie verfügt über eine Anzahl von Portraitmedaillons, die als Bildnisse der Familie Münchhausen interpretiert werden. Das auf dem Gelände befindliche Schloss Hobeck wurde ebenfalls in Augenschein genommen.

Den schon traditionellen Ausklang erlebten die Exkursionsteilnehmer im nahegelegenen Cafe.

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Schloss Coswig 

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Komturei Buro

 

 

 

 

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Figurengrabplatte
Hans von Lattorf
in Buro

 

 

 

 

 

 

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Portraitmedaillon an
der Stuckdecke des
Münchhausensaales
im Schloss
Leitzkau

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Text und Fotos: Detlef Mewes