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Exkursion Zeitz

Schloss_Rehmsdorf
Schloss Rehmsdorf

Schlösser, Burgen und Herrenhäuser
zwischen Zeitz und Groitzsch
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Exkursion der Landesgruppe Sachsen-Anhalt am 17.10.2009

von Mirko Seidel

 

Die Kirche, die sich durch jahrzehntelange Vernachlässigung in einem extrem bedenklichen Zustand befand, konnte seit den 1990er Jahren schrittweise restauriert werden und erstrahlt heute wieder in ihrem alten Glanz. Das Gebäude überraschte im Inneren mit einem gotischen Gewölbe und barocker Empore.
Weiter ging es nach Wildenborn. Die Burg Wildenborn stellt durch ihre Kombination aus Wall- und Wasserburg eine Besonderheit dar. Von den Gebäuden ist zwar nichts mehr vorhanden, Wassergraben und das vorgelagerte System aus Wällen und Gräben sind aber sehr gut erhalten.
Weiter ging es in einem Zeitsprung von mehreren Jahrhunderten zum frisch restaurierten Schloss in Rehmsdorf. Der stattliche barocke Putzbau mit seiner schlichten Fassade wurde um 1750 durch Baron August Friedrich von Ende erbaut. Die Familie von Ende bekleidete hohe Posten am sächsischen Hof, daher ist der Einfluss sächsischer Baumeister am Schlossbau in Rehmsdorf nicht verwunderlich. Um das Schloss gruppieren sich die Gebäude des in seinen Ausmaßen stattlichen Gutshofes. Die Anordnung der Wirtschaftsgebäude unterstreicht die Bedeutung des Schlossbaus. Sie säumten einst eine axiale Zufahrt zum Schloss, bevor sie sich platzartig vor dem Schloss aufweiteten und so den repräsentativen Bau zusätzlich aufwerteten.
Auf dem Weg nach Pegau und Groitzsch machte die Landesgruppe einen kurzen Zwischenstopp in Reuden und besichtigte das Herrenhaus. Das Gebäude, das etwa zehn Jahre vor dem Schlossbau in Rehmsdorf entstand, ist in seiner Kubatur und Ausformung wesentlich einfacher gehalten, der Einfluss bedeutender Baumeister ist hier nicht erkennbar. In den 1990er Jahren wurden Dach und Fassade des Hauses saniert, heute harrt es jedoch einer neuen Nutzung.

Burg_Groitzsch
Burg Groitzsch, runde Burgkapelle
nach böhmischen Vorbild

Der zweite Teil der Exkursion begann mit dem Leben und Wirken Wiprechts von Groitzsch. In der St. Lamperti-Kirche in Pegau erhielten die Exkursions-teilnehmern durch eine fachkundige Führung an der Gedenkplatte des Wiprecht von Groitzsch Einblick in das Leben und Wirken des Grafen. Auf dem Gelände der Wiprechtsburg in

Groitzsch konnten dann die Reste der im 11. Jahrhundert erbauten Burganlage besichtigt werden. Die Ruine der Rundkapelle und eines Turms sind die ältesten steinernen Bauten Sachsen. Im Heimatmuseum wurde anschließend zum Aussehen der Burganlage diskutiert. Interessant ist auch die Nachnutzung des Wiprechtburggeländes. Einerseits wird es heute als Festplatz genutzt unter Einbeziehung der baulichen Reste der Wiprechtsburg, andererseits befindet sich hier ein Flursteinlapidarium, in dem Wege- und Grenzsteine aus den Dörfern ausgestellt werden, die dem Braunkohleabbau um Leipzig zum Opfer fielen.

Schloss_Wiederau
Schloss Wiederau

Den Abschluss der Exkursion bildete das Schloss Wiederau. Um 1705 wurde der Bau anstelle einer Wasserburg durch den Leipziger Ratsherren und Kaufmann David Fleischer (geadelt von Fletscher) erbaut. Der Entwurf wird Gregor Fuchs zugeschrieben. 1737 übernimmt Graf Johann Christian von Hennicke das Gut, dazu schreibt Johann Sebastian Bach die Wiederau-Kantate. Der in seiner Gestaltung zurückhaltende, aber doch stattliche Barockbau wartet in seinem Inneren mit einer überschwänglichen Fülle barocker Raumfassungen auf. Die malerische Ausstattung ist ein Frühwerk des aus Como stammenden Giovanni Francesco Marchini. Besonders faszinierend ist der Festsaal mit seinem Deckengemälde, das die Zusammenwirkung von Künsten und Handwerk darstellt und zu den bedeutendsten barocken Deckenmalereien Sachsens gehört.

Schloss_Wiederau_innen
Schloss Wiederau